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In Neuseeland leben die richtigen Ökos. Sie gehen nicht in den Bio-Supermarkt, um Fisch oder Fleisch zu kaufen. Kiwis angeln und jagen.
Die neuseeländische Küche besteht aus viel Fleisch. Schweinefleisch ist teuer, Kuh erschwinglich und Wild äußerst beliebt.

Im 19.Jahrhundert brachten Engländer und Schotten die Tiere auf die Insel.
Ohne natürliche Feinde entwickelten sie sich schnell zur  Plage. In den 60er Jahren verteilte die Regierung Prämien für jedes getötete Reh, um den Bestand zu minimieren und legte damit den Grundstein für einen neuen Exportmarkt.

2011 wurden 15 Millionen Kilogramm Wildfleisch exportiert und damit ein Umsatz 176 Millionen Euro erwirtschaft. Deutschland ist der größte Einzelmarkt.

Geschossen wird aus dem Helikopter, der die Tiere zum nächsten Schlachthof transportiert und als Delikatesse nach Europa schickt.
18.000 Kilometer entfernt.

Ich will wissen, was ich esse und folgte der Einladung eines Freundes. Reh zerlegen an einem Samstagvormittag.

Als erstes sehe ich den schmalen Kopf und die dunklen Knopfaugen. Ich streichele das Reh zwischen den Ohren. Getötet vor wenigen Stunden.

Die Beine hängen bereits ordentlich aufgereiht am Haken. Ich zerlege und schneide nach Anweisung. Das Fleisch ist fest und geruchlos, feine Sehnen markieren die Schenkel und das schmale Hinterteil. Ein elegantes Tier.

Ich frage mich, ob wir tatsächlich das Recht haben, ein Tier zu töten. Wir können auch ohne überleben.

Rehrücken-Medaillons, ummantelt von Semmelbröseln, 10 Minuten frittiert gehören allerdings zu den besten Fleischstücken, die ich jemals gegessen habe. (Nummer 1 sind immer noch die Tauben von meinem Opa)

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