20 Tage durch das Himalaya-Gebirge laufen, bis auf 5116 Meter aufsteigen und 220km zurücklegen. Der Annapurna Treck durch die Annapurna-Gebirgskette im nepalesischen Himalaya besticht weniger durch seinen Schwierigkeitsgrad, als durch seine Höhe. Er gilt als einer der schönsten und abwechslungsreichsten Trekking-Touren der Welt. Wanderer aus aller Welt erfüllen sich einen Lebenstraum, bereiten sich ausgiebig darauf vor und starten mit Guides und Rucksackträgern. Wir werden unsere Rucksäcke selbst tragen und unsere Reise in 3 Tagen organisieren. Ich weiß noch nicht wie sich 5000m anfühlen werden und dass es Orte auf dieser Welt gibt, die umwerfend schön, aber nicht für Menschen gemacht sind.
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In Pokhora, dem Ausgangspunkt für Himalaya-Wanderungen reihen sich unzählige Northface und Mammut Shops aneinander, supergünstig und superfake. Wir kaufen Daunenweste, Thermo Unterwäsche, Fleece Jacken, Sonnencreme und Diamox, die Wundertablette gegen die Höhenkrankheit.

Die Passfotos für unsere Trekking-Genehmigungen finden wir in einem Schnapsladen. Dort hängt der Besitzer einen weißen Vorhang vor die Flaschen, platziert einen abgewetzen Stuhl davor und drückt einmal auf seine winzige Kamera. Die Meisterwerke werden auf dünnem Recycling – Papier gedruckt  und kosten 2 Euro. Passfotos nepalesischer Stil

Am nächsten Morgen geht die blutrote Sonne über dem hektischen Treiben des Busbahnhofs auf. Reisende nippen an süßem Masala – Tee, frischen Granatapfelsaft und kaufen Schokocroissants, die aus viel Teig und wenig Schokolade bestehen.

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Unser Bus ist ein klassischer nepalesischer Durchschnittstyp, schmale und klapprige Sitze, die unsere Beine einquetschen. Die nepalesischen Frauen sind in farbenfrohe Pashmina- Schals eingewickelt und kichern über die Witze des Busfahrers, der von langen Sitzbänken eingekreist wird. Spontane Zuneigungen zeigen einheimische Passiere dem Busfahrer, in dem sie einen Arm um ihn legen oder freundschaftlich eine Hand auf seiner Schulter ruhen lassen.

Neben uns sitzt ein Deutscher, der glückerlicherweise keinen Arm um uns legt, aber wie ein Amerikaner klingen möchte und jeden Satz mit „yeah“ beendet. Ich habe bereits meine Sonnenbrille zerbrochen und meine Wasserflasche verloren, als wir Besishar erreichen, unseren Startpunkt für unsere Wanderung. Noch trage ich ein Kleid, noch haben die Kinder keine Kälte-Schnotter und den Nasen, noch gefriert das Wasser nicht in den Flaschen. Jeden Tag werden wir jetzt ein Stückchen höher in die Abgeschiedenheit laufen.
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