In Burma gibt es keine Coffeeshops, es gibt auch keinen Kaffee, hoechstens ein  Milch-Zucker-Kaffee -Pulver aus der Tuete. Doch es gibt etwas ganz Wunderbares, wie die deutsche Eckneipe, die erst durch ihre Runtergekommenheit ihren ganz eigenen Charakter erhaelt. Einen Ort, der sich nie zu veraendern scheint,  verstaubt, aber verlaesslich.

In Burma sind es die unzaehligen Teeshops, die sich quer durch das Land ziehen.

In der Vergangenheit oft die einzige Moeglichkeit in entspannter Atmoshaere  Freunde zu treffen, Klatsch und Tratsch auszutauschen oder ueber Politik zu laestern, denn eine Zusammenkunft von mehr als zwei Personen  in der Oeffentlichkeit war in Burma lange Zeit verboten.

Ein Ort, indem Menschen zusammenruecken, Zigaretten rauchen, Zeitung lesen und suessen Tee trinken.

Manchmal ist der Tee so stark, dass mein Herz stundenlang nicht aufhoert zu rasen. Der Kellner bringt einen Teller mit gemischten frittierten Koestlichkeiten, bei dem am Ende das gezahlt wird, was ich mir nicht verkneifen konnte zu essen. Meistens an der Hauptstrasse gelegen, brettern Motorraeder oder hupende Kleinvehikel vorbei, der Kellner schreit die Bestellungen vom Tisch zur Kueche und die Tische werden mit jeder Stunde klebriger.

Der Teeshop befindet sich in jeder zweiten Strasse Burmas, hier nippt der Burmese seinen T ee aus kleinen Tassen, der meistens auf der Untertasse verschuettet wird und immer einen viel zu grossen Loeffel suesse Kondensmilch bekommen hat.  Suesse Kondensmilch macht suechtig.

In einem Teeshop sind wir mittendrin in der burmesischen Gesellschaft, das ist wie in einem Muenchner Biergarten oder einem Wiener Kaffeehaus sitzen, das ist Kultur und Tradition.

Teeshop-Vokabeln
lap eq ye, Schwarztee mit einem grossen Loeffel suesser Kondensmilch.
cho bawq, die weniger suesse Version von lap eq ye
kyauk padaung, extra suesse Variante
cho kya, sehr starker Schwarztee und suesse Kondensmilch

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