Wir sitzen in der AirAsia Maschine nach Yangon, Burmas inoffizielle Hauptstadt. Viele Plaetze sind leer, hinter uns sitzt eine Familie mit 3 Kindern und ein paar Touristen mit Deuter – Rucksaecken und Funktionshosen. Alles an dieser Reise ist aufregend. Wie werden die Menschen am Flughafen aussehen und wie wird es sein, dieses Land, von dem wir so wenig wissen?

Eigentlich kenne ich nur zwei Menschen, die bisher nach Burma gereist sind, Touristen, reisen meistens nach Thailand, Kambodscha, Vietnam und Laos, niemand scheint nach Burma zu reisen.

Einige Dinge wirken vor einer Burmareise tatsaechlich schwieriger, als sie am Ende sind, eine sorgfaeltige Vorbereitung hilft die politischen Hintergruende und die heutige Situation des Landes zu verstehen.  Touristen sollten sich unbedingt ueber den Ne Win Putsch und Aung San Suu Kyi informieren.

Hier eine kurze Zusammenfassung von Dingen, die wir vor unserer Reise lernten.

Geschichtliche Hintergruende – Aung San Suu Kyi ist Burma und Burma ist Aung San Suu Kyi

Gemaltes Portrait der jungen Aung San Suu Kyi

1962 führte eine Revolte unter General Ne Win zum Sturz der schwachen demokratischen Regierung und das Land sollte in den Sozialismus gefuehrt werden.
In den folgenden 25 Jahren verschlechterten sich die Bedingungen des Volkes gewaltig, 1987 und 1988 protestierte das burmesische Volk und forderte Ne Wins Rücktritt. In den Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern der Demokratie und der Armee starben ueber 3000 Menschen. Ne Win setzte mehrere Schlüsselpositionen ein, um seine Macht zu wahren, nach einem Militärputsch, der Ne Win zugeschrieben wird, übernahm General Saw Maung die Kontrolle.

Der neue politische Führer ließ 1989 Wahlen zu, bei denen  die Nationale Liga für Demokratie einen überwältigenden Sieg, unter Aung San Suu Kyi,  errang. Das Militaer annulierte das Wahlergebnis und verhaftete die führenden Parteimitglieder, darunter auch Aung San Suu Kyi, die unter Hausarrest gestellt wurde. 1991 erhielt sie den Friedennobelpreis, den sie aufgrund ihrer Festnahme nicht persoenlich in Empfang nehmen konnte.

13. November 2010 entließ die Militärregierung  Aung San Suu Kyi aus ihrem insgesamt 15 Jahre währenden Hausarrest.

Einer der besten Filme, um das Land besser zu verstehen ist The Lady von Luc Besson. Aung San Suu Kyi wird von Burmesen “The Lady” genannt, der Film dokumentiert ihr Leben und ihr Wirken in Burma.

Visa
Ein normales Touristenvisum wird in jeder Myanmar-Botschaft, fuer 28 Tage ausgestellt, in der Vergangenheit wurden Journalisten, Kameramaenner und Fotografen die Einreise verweigert, vor falschen Berufsangaben wird im Reisefueher gewarnt, “denn google findet jeden”. Ich bin etwas nervoes, als Redakteurin und mit einem oeffentlich zugaenglichen Reiseblog falle ich in die unerwuenschte Kategorie.

Doch die Zeiten haben sich geaendert, ich gebe wahrheitsgemaess an, arbeitslos zu sein und in den letzten Monaten lediglich Freiwilligenarbeit geleistet zu haben. Niemand scheint mich zu googeln, keine weiteren Fragen, wir bekommen unser Visa nach 3 Tagen Bearbeitungszeit, genau wie drei andere deutschen Touristen an diesem Tag, die sich genauso ausgelassen, vor der Tuer, ueber ihren Stempel freuen, wie wir.

Bargeld

Die lokale Waehrung in Burma sind KYATS, vor zwei Jahren waren 1000 Kyats noch einen Dollar wert, heute sind es maximal 860 Kyats. Das groesste Problem scheinen die nicht vorhandenden Geldautomaten zu sein. Ein Land ohne Geldautomaten habe ich noch nie gesehen.
Kyats koennen nur im Land, gegen frische 100 Dollarscheine, getauscht werden, diese duerfen weder Knicks, noch Falten haben, muessen sauber sein und eine CB -Nummer haben. Es fuehlt sich komisch an, so viel Bargeld bei sich zu haben, doch es wird sich bestaetigen, dass Burma zu den sichersten Laendern der Welt gehoert. Ein tief vom Buddhismus gepraegtes Land und harte Strafen gegen Verbrechen an Touristen lassen die Kriminalitaetsrate gegen 0 tendieren.

Einreise
Normalerweise versuchen wir Flugzeuge zu meiden und Grenzen ueber Land zu ueberqueren, die Einreise nach Burma per Land ist jedoch zeitaufwendig und bedeutet mehr Genehmigungen, die ausgestellt werden muessen. AirAsia bietet gute und guenstige Fluege und so landen wir puenktlich an Yangons Internationalem Flughafen, auf dessen Gelaende nur ein anderes Flugzeug steht.

Die Sonne geht gerade unter, die Flughafenmitarbeiter sind zurueckhaltend und freundlich, alles scheint sehr gelassen, wir haben es geschafft: Willkommen in Burma.

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