“Wie machst du das eigentlich mit dem Geld?” – ist die mit Abstand am haeufigsten gestellte Frage. Frueher habe ich ausweichend geantwortet, ueber Geld spricht man nicht, ueber das eigene erst Recht nicht. Alles Quatsch, nur wer ehrliche Antworten gibt kann sein Wissen mit Anderen teilen.

Hier meine Antworten und der Beweis: Jeder kann reisen. Die 10 Schritte zur Weltreise.

1. Ganz ohne Geld geht es nicht.
Es gibt kein Spaeter, lege heute ein Konto an und ueberweise Dir jeden Monat per Dauerauftrag eine gewisse Summe, die  nur fuer deine Reise gedacht ist. Die beste Bank ist die DKB, denn die gibt dir eine Kreditkarte, mit der du an jedem Geldautomaten, weltweit, gebuehrenfrei Geld abheben kannst.

Ich habe ueber 3 Jahre monatlich 400,-Euro zur Seite gelegt, unnoetige Ausgaben so weit wie moeglich gestrichen und alles verkauft, was ich nicht brauche.

Ueberbruecke die Zeit des Sparens und Planens mit Vorbereitungen, die dich dein Ziel nicht vergessen lassen. Lese Reiseberichte, Buecher und lerne die wichtigsten Vokabeln einer neuen Sprache.

www.weltreise-info.de

www.lonelyplanet.de

2. Nehme Dir eine Auszeit.

Das Wichtigste am Reisen ist das Zeit-Haben und Sich-Zeit-Nehmen, sich bewusst eine Auszeit nehmen. Ich habe gekuendigt und  ich habe es nie bereut.

3. Vermiete deine Wohnung
Einer der besten Entscheidungen war meine Wohnung zu vermieten, jetzt bereits zum dritten Mal. Ich zahle keine Lagerkosten fuer meinen ganzen Hausrat, denn der steht im Keller. Meine Wohnung finanziert sich von selbst, wenn ich zurueckkomme, muss ich mich nicht als Erstes auf Wohnungssuche begeben und ich habe bei Behoerden immer noch eine gueltige Anschrift in Muenchen.

4. Das Budget
Reisen mit dem Rucksack ist viel guenstiger als in Deutschland leben. Reisen mit wenig Budget ist anders als der klassische Urlaub, macht die Sache aber erst richtig interessant. Guenstig schlafen, essen und leben, Bus statt Taxi, Markt statt Restaurant, Meer statt Pool.

Ich habe 20.000 Euro gespart, die haetten mir in Muenchen 10 Monate gereicht und ich haette jeden Tag arbeiten muessen. 20.000 Euro, die mir 20 unvergessliche Monate in USA, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Chile, Neuseeland, Australien, Japan, Malaysia, Thailand, Kambodscha und Burma schenkten.

5. Losgehen
Das Wichtigste und vielleicht das Schwerste ist das Anfangen.  Es gibt keine Altersgrenze fuers Reisen, keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt, nur anfangen, muss jeder selbst.

Ich habe Eltern gesehen, die ihre Kinder ein Jahr aus der Schule nehmen und mit ihnen die Welt bereisen,  aeltere Paerchen auf Segelbooten und 18jaehrige im  Freiwilligendienst.

Es gibt viele Arten des Reisens. Mit dem Rucksack, auf dem Motorrad, im Camperbus, zu Fuss, auf dem Fahrrad, per Anhalter, mit dem Zug –  alles ist moeglich.

6.Sich-Zeit-Lassen
Das Teure am Reisen ist das Reisen selbst, der Transport und die Unterkunft. Je langsamer ich reise, desto geringer sind die Kosten und je besser  die Erfahrung.

Ich lerne einen Ort wirklich kennen, die Menschen, die Gewohnheiten, die Esskultur und die Preise.

Fliegen ist teuer, Busse, Zuege und Boote sind langsamer, doch nichts ist Schoener, als eine Grenze per Land zu ueberqueren.

7. Geh Couchsurfen!
Das Internet hat eine grossartige Vernetzung von Menschen geschaffen, die ueberall auf der Welt eine kostenlosen Schlafplatz fuer Reisende anbieten.

Ich habe nicht nur verdammt viel Geld damit gespart, ich habe einzigartige Menschen und neue Dinge kennengelernt, Reisegeschichten, die ich ohne Couchsurfen nicht erzaehlen koennte. Ich habe zwischen Perserkatzen, Penis-Bildern und Schlagzeug-Sets geschlafen. In Betten, auf Sofas und auf dem Boden.

Menschen haben mich vom Flughafen abgeholt, sind mit mir die Kueste von San-Francisco bis nach L.A runtergefahren und haben mich in Meditations-Gruppen-Events und Kneipennaechte mitgenommen.

www.couchsurfing.org – Profil erstellen und Reisenden sein Sofa anbieten oder selbst reisen gehen. Neue Sprachen lernen, fremde  Rezepte  kochen und neue Inspirationen bekommen.

8. Leiste Freiwilligenarbeit.
Freiwilligenarbeit ist Arbeiten ohne dabei Geld zu verdienen, es gibte viele Schwerpunkte. Waisenhaeuser, Schulen, Farmen, Tierstationen oder Meditationszentren. Auf keinen Fall etwas mit einer Organisation im Vorraus buchen, direkt ins Land fahren und den passenden Ort suchen.

Freiwilligenarbeit ist Gutes tun, in einer Gemeinschaft leben, lernen und teilen. – ausserdem viel guenstiger als das klassische Rucksackreisen von Unterkunft zu Unterkunft.

Weltweit auf Bauernhoefen arbeiten: http://www.wwoof.org/
Weltweite Austauschprogramme und Freiwilligenarbeit: http://www.helpex.net

9. Geh wandern und Zelten.
Gluecklicherweise hat mich Chris in die wundervolle Welt des Wanderns eingefuehrt. In jedem Land gibt es Wanderwege, Landschaften, die tagelang nur per Fuss durchquert werden koennen. – unberuehrte Natur, klare Luft und koerperliche Herausforderungen.

6 Stunden am Tag wandern ist hart, am letzten Tag will ich es nur noch beenden, doch es ist grossartig. Zelten, Feuermachen, Sterne sehen und Angst vor Tieren in der Nacht ueberwinden– das Beste, es kostet fast gar nichts.

10. Nicht ohne meine Freunde!
Die meisten Dinge kann ich ueber das Internet loesen, doch es gibt Situationen auf einer Weltreise, in denen deine Freunde fuer Dich einstehen. Kreditkarten verschicken, Wohnungen uebergeben, Briefe an meine Oma schicken, Kellertueren pruefen, Daten sichern, Dokumente verschicken, tausende Kleinigkeiten, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Danke, liebe Freunde und Familie, denn auch ihr macht diese Reise moeglich.

Niemand muss 2 Jahre reisen oder viel Geld sparen,  3 Monate sind ein guter Start, wenn ich das kann, kann das Jeder.

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