Im Nachtzug sind keine Betten mehr frei, die gluecklichen Bettenbesitzer liegen genau ein Abteil vor uns, im Daemmerlicht, zurueckgezogenen Gardinen und kuscheligen Kopfkissen.

Wir sitzen auf “wegklappbaren Sitzen”, die sich nicht wegklappen lassen, das Licht brennt die gesamte Nacht und die Schiebetuer zieht sich immer wieder auf und wedelt uns den Pissgeruch der Toilette um die Nase. In unserem Abteil sitzen nur Einheimische, die anscheinend kein Problem haben bei grellem Neonlicht zu schlafen.

Um 6:00 Uhr erreichen wir den zentralen Bahnhof von Bangkok, Hualamphong Train Station. Ich kenne diesen Ort, vor 4 Jahren bin ich von hier in den Norden von Thailand gereist. Das kleine Internetcafe ganz oben im Eck gibt es immer noch, nur liegen heute nicht so viele wartende Reisende und Moenche auf dem Boden, es fuehlt sich ruhiger an.

Wir laufen durch schmale Gassen, Stromkabel verbinden in wilder Logik Haeuserfassaden, Tuk Tuk Fahrer halten ein Nickerchen auf der Rueckbank, mobile Garkuechen duensten rote Chilis in Fischsosse, Waesche trocknet auf schmalen Balkonen, riesige Bordsteinkanten erheben sich neben tiefen Schlagloechern, Abgase vermischen sich mit der Morgenhitze, Klimaanlagen-Kuehlwasser tropft auf uns herab und wir besteigen den lokalen Bus Richtung Banglamphu, dem Backpacker-Viertel.

Der Busfahrergehilfe klopft in schneller Abfolge mit einer Muenze gegen Metall und schiebt sich von einem Passagier zum Anderen, um Tickets zu verkaufen, 7 Baht pro Person, 0,20 Euro. Fuer 7 Baht bekommt man selbst in Bangkok nicht viel, aber eine Fahrt mit Einheimischen quer durch die Hauptstadt ist ein echtes Erlebnis und absolute empfehlenswert.

Warmer Fahrtwind weht durchs offene Fenster, Maerkte, Blumenverkaeufer, blinkende Schreine, hupende Autos –  sie alle saugen uns auf und schreien: Willkommen in Bangkok! – Ja, ich liebe diese Stadt.



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