„Billigfluege von Australien“- der aktuelle Werbeslogan von Jetstar, der Recht behalten soll, denn billiger koennten wir uns nicht fuehlen. Eingequetscht in zwei engen Sitzen blicken wir neidvoll auf die Schulklasse, die mit tragbaren Monitoren ausgestattet wird und einen Film nach dem anderen schauen kann. Bei Jetstar wird das Alltaegliche zum Extra und Extras muessen bezahlt werden.

Wir haben nur 400 Euro fuer den Flug gezahlt und bekommen weder Getraenke, Mahlzeiten oder Kopfhoerer. Grossgewachsende, japanische Schoenheiten ziehen mit Kreditkartenlesegeraeten und dem suesslichen Duft von Erdnusssauce durch die schmalen Gaenge und lassen mich mitleidsvoll wissen, dass lediglich das Wasser kostenlos ist.

Wir beissen in unsere selbstgeschmierten Brote und befinden uns nach 9 Stunden  im Landeanflug auf Osaka, Japan – das Land des Laechelns.

Es ist das 11. Land meiner Weltreise und wie immer sind die ersten Stunden auf unbekanntem Territorium besonders aufregend, alles ist frisch, alles ist neu, alles ist anders.

Anders ist zuerst die oeffentliche Flughafentoilette, die mit einer sensationellen Erfindung, dem Toiletten(spuel)sound, ausgestattet ist, um ungewollte Mithoerer zuvermeiden und dennoch kein Wasser zuverschwenden.

Wir passieren Zollbeamte mit breitem Mundschutz, denn Japaner wollen weder angesteckt werden, noch Mitmenschen mit ungewollten Bakterien bestaeuben. Unser mundschutzloser Taxifahrer begruesst uns mit tiefer Verbeugung, einer akurat sitzenden Chauffeur-Muetze und schneeweissen Handschuhen.

Ein tiefroter Sonnenuntergang huellt die vielbefahrenden Strassen in ein anmutiges Licht, wir sind nur noch wenige Minuten von unserem Endziel entfernt – Kyoto, die 1.47 Millionen Metropole. Wir schieben uns vorbei an blinkenden Getraenkeautomaten, kleinen Nudelsuppenkuechen und gruenen Reisfeldern bevor wir unser neues Zuhause erreichen.

Wir sind umgeben von Futonbetten, sprechenden Duschen und wieder sehr schlauen Toiletten, diesmal befindet sich ein Wasserhahn direkt ueber dem Spuelbecken, der noch waehrend dem Haendewaschen das Wasser nachfuellt.

Die Sommerhitze drueckt sich in unser Zimmer, der Monsun-Regen trommelt dicke Wassertropfen an die Fensterscheibe und ein monotones Froschkonzert quackt mich in den Schlaf.

日本へようこそ- Willkommen in Japan.

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