Graue Wolken ziehen schwermuetig ueber Wellington, nichts Ungewoehnliches in Neuseelands Haupstadt, die liebevoll  “windy Wellington” genannt wird und die Einwohner behaupten, “wenn du einen sonnigen Tag in Wellington hattest, dann warst du nicht da.”

Regentage eignen sich besonders gut, fuer Dinge, fuer die ich mir grundsaetzlich zu wenig Zeit nehme. Heute ein Museumsbesuch.

Tragische Kindheitserinnerungen von stundenlangen Schifffahrtsmuseen, in denen man leise sein sollte und auf gar keinen Fall etwas anfassen durfte, praegen meine Grundskepsis – doch Museen veraendern sich oder ich veraendere meine Einstellungen zu ihnen und fange an sie zu geniessen.

Als Orte der Inspiration, in denen Menschen durch die Raeume schlendern und unterschiedliche Dinge sehen. Man muss nicht alles verstehen, aber wenn man herauskommt, fuehlt man sich, als haette man etwas dazu gewonnen. Heute im Te Papa, hier  ist nichts verboten und alles erwuenscht: anfassen, fotografieren und lernen.

Lichtdurchflutet, offen, atmend – das Innere des Te Papa.


Tiefe Einblicke in Neuseelands Naturgeschichte, die verschiedenen Nationalitaeten und die  Maori-Kultur, speziell die Beziehung der einheimischen Maori (tangata whenua) und den Einwanderern (tangata tiriti) des Landes.


„Was uns von der Erde gegeben wurde, sollten wir zurueckgeben“


Neuseelands Gruendungsdokument – Treaty of Waitangi (Vertrag von Waitangi)


Fluechtlinge aus Äthiopien, Afghanistan und Kosovo-Albanien

Fotografien, Videoinstallationen, ein riesiger Greenstone, ausgestopfte Tiere, Maori-Skulpturen, Vogelstimmen und ein 3 D – Sternenhimmel. Das Te Papa aktiviert alle Sinne.


Kuri  – pazifischer Ur-Hund, bellt nicht, sondert jault wie ein Fuchs.


“gutgemeinter Import” aus Australien mit schweren Folgeerscheinungen fuer die Zukunft. Das Opossum (Beutelratte), urspruenglich importiert fuer die Pelzgewinnung ist bis heute einer der groessten Plagen des Landes.

Firmen, Organisationen und Privatpersonen helfen mit ihren Spenden, das Te Papa, kostenlos und fuer jedermann zugaenglich zu machen – doch besser nicht mit dem eigenen Auto anreisen, denn das kostet 4 $ (2,50 Euro) die Stunde.

Selbst, wenn du dich nicht nach einem Museum fuehlst, geh trotzdem rein – Loungbetten, kostenloses Wifi und die beste bittersuesse Schokoladenmarquise im Espresso machen das Te Papa zum ruhigen Ort, um der “Grossstadt” und dem Regen zu entfliehen und ganz nebenbei gibts es noch Kunst fuer den Kopf.

Adresse:
Museum of New Zealand
Te Papa Tongarewa
Cable Street
Wellington
www.tepapa.govt.nz

Oeffnungszeiten:
taeglich: 10.00 bis 18.00 Uhr
donnerstags bis 21.00 hr
Eintritt: frei

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