Oktober 2011, seit 9 Monaten auf Reisen erreiche ich nach einer 5taegigen Bootsreise und den letzten Kilometern im Bus den Norden von Peru. Iquitos, mitten im tropischen Regenwald, direkt am Amazonas. 400.000 Einwohner, die Farben und ich.
Fazination Iquitos, Teil 1.

Ich druecke mich in die schaebig grau-gruenen Sitze, im Radio schallt mir ein verzweifeltes “Mi Corazon, Mi Corazon”  (mein Herz, Mein Herz…) entgegen – ein paar Familien um mich herrum, im Bus nach Iquitos, die groessten Stadt im peruanischen Regenwald, per Strasse von der Aussenwelt abgeschnitten.

Wir streifen ein zerschlissendes Strassenschild, das vor Malaria -gefaehrdetem Gebiet warnt  und ein grosses Moskitonetz als Vorsichtsmassnahme zeigt, heute kommen die meisten Touristen nach Iquitos um Ayahuasca – und Heilerzeremonien zu erleben, ein Schamanismus- Boom quer durch alle gesellschaftlichen Schichten.

Ich treffe eine Schriftstellerin aus England, ihre  wilde, rote Lockenmaehne wippt bei jedem ihrer Schritte, aber eigentlich schwebt sie durch den Garten, redet mit einer zerbrechlichen Stimme und hat ein glockenklares Lachen.Sie ist ein Hippietyp, um die 40 auf dem Weg zu einem 2-woechigen Ayahuasca-Retreat, mit dem, ihr sehr wichtigem Fokus, dass alle Heilerinnen weiblich sind. Seit 20 Jahren beschaeftigt sie sich mit Spiritualitaet und “bedauert, dass wir die Natur nur durch eine Glasscheibe sehen”, hier in Peru will sie sich wieder mit der Natur verbinden. Dafuer zahlt sie 1500 Euro, um einen Ort aufzusuchen, der sich Tempel of the way of life nennt.  Ein Shipibo Schamanen- Heilzentrum. Ein Ort, der sehr bekannt unter den hippen Ayahuascajuengern zu sein scheint, “in diesem Jahr haette sich auch eine Bollywood –Schauspielerin aus Indien angemeldet.“ http://templeofthewayoflight.org/

Ich schlendere mit ihr in hippe Restaurants, die alle ein spezielles Menue fuer angehende Ayahuasca-Kuren anbieten, eine strenge salzfreie Diaet. Ich halte keine Diaet und beisse in ein koestliches Thunfischsandwich, setze mich tief in meinen Liegestuehlen und blicken auf den Amazonas.  

Ich lese Die Buecherdiebin  von Markus Zusak, 592 Seiten dick und es ist tatsaechlich das erste Buch das ich stehle. Dort sagt der Tod, dass er zuerst die Farben und dann die Menschen sieht, wenn er kommt “so sehe ich die Welt normalerweise. Ich versuche es zumindest.”

Die Farben hier sind entzueckend, pastellig weiss und hellblau, vom frischen Gras des Amazonas unterbrochen. Die Strassenpromenade wird von einem huebschen Gelaender umrandet, dessen weisse Balken sich zu Herzen formen, sie sehen weich wie Butter aus, wie sanft in ihre Herzform gebogen.

Ein friedlicher Tag und ein entzueckendes Licht, wie ein Softeiswagen, der durch die Strassen rollt, gepaart mit der triefenden Hitze des Dschungels. Eine sehr spezielle Energie in dieser isolierten, aber boomenden Dschungelstadt.

Das 5 Sterne Hotel El Doradp Plaza neben Abrisshaeusern direkt am Marktplatz.


Katholische Kirche von Iquitos, das hoehste Gebaeude der Stadt.

Muellberge am Ufer des Amazonas.

Klimatisierte Restaurants neben einfachen Strassenkuechen, praechtige Hotels neben schwimmenden Haeusern, die Reize von Iquitos sind die unterschiedlichsten Welten.

Ich werde bleiben und zwischen den Welten spazieren. Welcome to the jungle.

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