Jetzt reise ich seit einem halben Jahr – Zeit fuer ein Resuemee und der Versuch, die Frage „Wie war es denn so in den letzten Monaten?“ zu beantworten, denn es war anders als ich es erwartet habe – ganz anders.

Ich erinnere mich an das dunkle Gefuehl, als ich meinen Job kuendigte, meine Wohnung ausraeumte und absolut nicht wusste, was im naechsten Jahr passieren wird. Ich hatte immer die innere Sicherheit, dass am Ende alles gut wird, aber in Wirklichkeit wurde es viel besser.

New York fuehlt sich schon ein halbe Ewigkeit zurueck an, ein verrueckter Staedtetrip im Winter mit der besten New Yorker Clique, die ich mir wuenschen konnte.

Costa Rica, mein sanfter und teurer Einstieg in Mittelamerika, bei dem ich mehr Englisch als Spanisch lernte. Ich traf wunderbare Menschen, vorwiegend aus den USA und Kanada, sah einmalige Landschaften, wuerde aber im Nachhinein nicht mehr hinfahren.

In Panama hatte ich leider nicht genug Zeit, aber ich sah die atemberaubenden San Blas – Inseln  und reiste  mit dem Segelboot nach Kolumbien ein.

Kolumbien, oh Kolumbien, das Land, indem meine Reise wirklich begann. Das Land, indem ich die Touristenpfade verliess, um ganz auf mein Bauchgefuehl zu hoeren. Ich lebte in einer Familie, mietete ein Haus, sah den Regenwald, die Wueste und verliebte mich.Ich habe gelernt, dass ich an jedem Platz gluecklich oder ungluecklich sein kann und das es ueberall moeglich ist, sich zuhause oder mutterseelenallein zu fuehlen.

Ich reiste mit Menschen aus Alaska, Argentinien, Australien, England, Finnland, Frankreich, Kanada, Kolumbien, Neuseeland, Niederlande, Oesterreich, Schweiz, Spanien, und den USA und jeder von ihnen half mir diese Welt ein bisschen besser zu verstehen.

Doch das alles waere nur halb so schoen, wenn nicht zu Hause Menschen waeren, die mich auf meiner Reise begleiten, meine Fotos betrachten, meine Berichte lesen, mir aufmunternde und anerkennde Zeilen schreiben, die mich zum Lachen und manchmal zum Weinen bringen.

Danke, dass ihr mir auch aus eurem Leben berichtet, so bin ich immer auch ein Stueckchen in Eurem Alltag und weiss, wann die Biergarten ihre Tore oeffnen, euch die Arbeit mal wieder erschlaegt und die  Sommerballerinas im Regen nass werden.

Chris sagt:  „Das Gras ist immer gruener auf der anderen Seite“ und so vermisse  auch ich ein kuehles Bier am Viktualienmarkt, den Schafskaese-Knoblauch-Frischkaese vom Tuerken gegenueber, eine ofenfrische Brezn, aussen knusprig, innen weich und einer mittleren Anzahl an groben Salzkoernern, ein Espresso mit Thunfischsandwich in der Giesinger Kaesealm und eine Sueddeutsche Zeitung Wochenendausgabe.

Doch jetzt geht meine Reise weiter und unzaehlige, weisse Seiten in meinem Tagebuch warten darauf, mit neuen Abenteuern beschrieben zu werden. Deutschland fuer eine Weile zu verlassen,  war eine der besten Entscheidungen meines Lebens und wenn du etwas wirklich willst, dann zoegere nicht es zu probieren.

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