Wir fahren 7 Stunden mit dem Nachtbus nach Panama City – einmal quer durchs das Land. Es ist recht komfortabel, ab der Haelfte habe ich zwei Sitze fuer mich und schlafe wie ein Baby.

Vor Sonnenaufgang erreichen wir Panama City und fahren im Taxi zum heissesten Lonely Planet Hostel und viel umworbenden Backpacker-Tip. Lunas Castles. Diese Hostels sind grossartig und nervig zu gleich. In einem gut funktionierenden Backpacker-Unternehmen geht das Persoenliche verloren. Wir geniessen erst einmal die Vorteile, ich bin ziemlich fertig.

Ein Hippie-Kind mit Schnotternase mag meine Pancakes auch sehr gern.

Es ist 05:00 Uhr morgens, ein Sicherheitsmann oeffnet uns die Tuer, die Rezeption ist noch nicht besetzt. Ein riesiges Bettenparadies und eine Menge kommunikative Plaetze zum Rumhaengen gibt es hier. Wir legen uns gleich mal auf die Couch und treffen Menschen, die uns ein Glas Rum anbieten. Nein, danke. Jederzeit gerne, aber jetzt gerade nicht.

Eine Stunde spaeter. Die Rezeption oeffnet, keine freie Betten, wir sollen bis zur Check-Out-Time warten, also 12:00 Uhr. Wir duerfen aber schon mal alle Annehmlichketen des Hostels nuetzen. Alles kein Problem.  Das ist sehr angenehm, wir haben noch keinen Dollar bezahlt, haben aber schon mal das Bad , das Wi-Fi, den Kaffee und die Sofas in Beschlag genommen.
Daniele braet mir Pancakes mit Bananen – manchmal kann er sehr zuverkommend sein.

Ein Hippie-Kind mit Schnotternase mag meine Pancakes auch sehr gern.

Wie New York und Italien mit einer Prise Vegas

Die Sonne geht auf, wir gehen auf den Balkon und dann DAS?
Was ist denn das fuer eine Aussicht, sind wir hier im 5 Sterne Hotel und wo kommt eigentlich diese Skyline her? Ich bin beschaemt ueber mich selbst, ich hatte keine Ahnung wie Panama Stadt aussieht, das ist ja klein New York mit Fischerbooten im Vordergrund.

Wir gehen in die Stadt, ein extremer Kontrast zu den Wolkenkratzern, sieht aus wie in Italien.

Alles so beschaulich, ich gehe mal wieder in die Kirche, diesmal ohne ein Gespraech mit Gott.


Das Stadtbild ist gepraegt von Glueckspielen, ueberall werden die Lose verkauft und immer wieder diese Lockenwickler.

Zwischen all den Staenden wuseln sich Kuna-Frauen durch die Strassen. Sie leben auf den unabhaengigen San Blas Inseln, sind sehr zierlich und haben den typischen Perlenschmuck ueber den gesamten Waden.

Das Friseur-Drama

Wir wechseln in einere unschoenere Strasse, nicht unschoen, aber dreckiger. Ich mag das, so viel Leben, so viele Einheimische. Daniele will einen neuen Haarschnitt, so penibel wie er mit seinen Haaren ist, haette ich mir denken koennen, wie das enden wird. Irgendwie mag er diese Strasse nicht, ich bin total euphorisch, wir betreten den Friseur.

Ich liebe diesen Platz! Alles so anders, Daniele erklaert ganz genau, wie er es haben will.

Alles verstanden, der Friseur setzt die Maschine an, das ist ein Fehler.
Ich sehe an seinem  Gesicht, dass die Stimmung kippt, er ist richtig mies drauf.

Gut, der Typ kann keine Haare schneiden, alles ist schief und krumm.
Aber bei einem Mann kannst du auch alles auf 1cm runterrasieren und es sieht trotzdem gut aus. Wo ist bitte das Problem, ist doch eine lustige Geschichte im Nachhinein.

Fuer Daniele ist gar nichts mehr lustig, ich versuche Witze zu machen, er schweigt.
Wir teilen uns diese Nacht (weil nichts anderes mehr frei war) ein Zimmer ohne Fenster, ein richtiger Bunker, nicht gerade foerderlich fuer eine nicht- depressive Stimmung.

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