Die letzte Nacht in Costa Rica und der Rocking Js – Besitzer hat Geburtstag.
Ein Schild an der Rezeption kuendigt das Event seit Tagen an.

J ist ein ewig Jungebliebender, der angeblich 41 wird, aber auch 10 Jahre aelter sein koennte. In dieser Nacht ist alles gratis, was zu einer guten Party gehoert, wir tanzen barfuss bis in die fruehen Morgenstunden.

Es ist 04:00 Uhr morgens, meine Schuhe sind weg und in 2 Stunden werde ich geweckt. 06:00 Uhr – der Rezeptionist „klopt“ an mein Zelt, ich fuehle mich matsch und bin doch gerade erst eingeschlafen.

Das groesste Problem ist, ich habe meinen Rucksack in die Waescherei gebracht und danach war es zu spaet zum Packen.
Ich schlafe noch mal ein, mein gestriger hollaendischer Tanzpartner startet die zweite Weckaktion.

Ich stehe auf, sitze in meinem Zelt und muss alles packen, ich weiss nicht wo ich anfangen soll. Kurze Ueberlegung, ob ich erst morgen fahre, aber es ist angenehmer mit bekannten Gesichtern die Grenze zu ueberqueren und heute fahren die meisten.

Die Gruppe ist fertig, ich auch, mit den Nerven.
Mein Rucksack ist so schlecht gepackt, dass er sich kaum tragen laesst.
Meine Schuhe und 20 Dollar sind weg, ich habe keine Ahnung wie ich den Tag ueberstehen soll.

Ich laufe zur Bakery, kaufe Bananenbrot und einen heissen Kaffee, den ich mir sofort ueber die Hand giesse. Der Weg zur Busstation ist lang, ich halte ein Auto an und springe beim Geldautomaten raus.

Ich frage nach der Uhrzeit, 08:30 Uhr, wenn das stimmt, habe ich den Bus verpasst. So schnell ich eben mit 20 Kilo und einem heissen Kaffee laufen kann, laufe ich. Meine Gruppe trudelt ein, wir besteigen den Bus puenktlich. Der Fahrtwind tut gut.


Wir fahren bis zur Grenze, dann muessen wir vor einer Bruecke aussteigen.
Hier ist noch Costa Rica, am Ende ist Panama.
Fuehlt sich an wie Niemandsland.

Einreiseinformationen ausfuellen, Ausreisestempel abholen und dann ueber die Bruecke laufen.
Ich fuehle mich wie im Film, alles sehr surreal. Wir laufen jetzt nach Panama, die Bretter sind notduerftig zusammengenagelt, unter uns ist Wasser.


Am Ende der Bruecke geht der Stress erst richtig los. Grenzuebergang – Chaos. Wir stellen uns an, muessen ein Weiterreiseticket vorweisen, das haben wir nicht.


Wir werden gezwungen ein Busticket zurueck nach Costa Rica zu kaufen, das wir nie brauchen werden – 12 Dollar und reine Abzocke.
Wieder anstellen, Rucksackkontrolle und ich hoffe wirklich, dass meine Unterwaesche nicht ganz oben liegt.
Ich werde durchgewunken und bekomme meinen Einreisestempel nach Panama.


Wir sind umzingelt von Schleppern, die uns diverse Preise fuer die naechste Busfahrt nennen. Eine schnelle Entscheidung muss her, denn dieser Ort ist nicht der sicherste, wir lassen uns Zeit und verhandeln.

Es ist eine sehr anstrengende Angelegenheit, die Grenze zu ueberqueren, aber ich mag diese Momente. Echtes Travel-Feeling kommt auf oder mein Hangover macht mich einfach nur dizzy.

Die naechste Busfahrt dauert 1 Stunde und kostet 5 Dollar. Ausstieg am Bootssteg, wir muessen ins Wassertaxi um Bocas del Toro zu erreichen.
Die Rucksaecke fliegen durch die Gegend, abladen, aufladen und mein Rucksack ist halb offen. Ich muss wirklich besser packen! Mir geht es ja selbst auf die Nerven, dass ich einfach kein System reinbekomme.

Wir steigen in ein restlos ueberfuelltes Wassertaxi, ich bekomme den Fensterplatz, erste Reihe. Es ist sehr heiss und eng, die Schwimmweste fuehlt sich an, wie eine Daunenweste.


Die Bootsfahrt ist angenehm, aber wir springen eine Stunde ueber das Wasser. Mein Magen fuehlt sich flau an, wir erreichen sicher unsere neue Insel: Bocas del Toro.


Eigentlich will ich 2 ruhige Tage einlegen und dann ins Landesinnere zum Vulkan fahren. Aber wie das so ist mit der Gruppendynamik, ich folge der Gruppe und vor unserem Guesthouse wird gerade eine Buehne inkl. Soundsystem aufgebaut.
Der Besitzer warnt uns, es wird sehr laut werden, ist uns egal.
Wir checken ein, 10 Dollar Mehrbettzimmer, heisse Dusche und Pancakes zum Fruehstueck.

Wir testet das Essen in einem Strassenimbiss. Der Reis ist ohne Bohnen, das Huehnchen ist etwas weniger, ansonsten aehnlich.
1 Dollar weniger als in Costa Rica. Ich brauche dringend neue Schuhe, das einzig was ich finde sind schwer tragbare Plastik Flip Flops.
Fuer 3 Dollar verkraftbar, der Verkaeufer will mir unbedingt noch einen Hut andrehen, ich verzichte fuers erste.

Zurueck im Hostel, es sind extrem viele Boxen aufgebaut, es folgt der Soundcheck. Es wird bis zum Anschlag aufgedreht, egal wie grausam es klingt, schliesslich muss die ganze Strasse beschallt werden.
Die naechsten 4 Tage ist Karneval in Panama, ich hatte keine Ahnung und mein Bett ist direkt neben der Buehne.
Bin ich eigentlich bescheuert, wie sollen wir denn hier schlafen.
Ich bin unfassbar muede.

Kein Schlaf und ein neues Land, ich fuehle mich wie in einer falschen Zeitzone und reise auf einmal in einer riesigen Gruppe, aber es war ein grossartiger Tag, der kein Ende nehmen wird.

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