Julie hat bereits am Abend die Radltour von Puerto Viejo nach Cahuita geplant.
Der Reisefuehrer bezeichnet die Gegend als absolutes Fahrradparadies direkt am Karibischen Meer.

Ich bin dabei! Ein Fahrrad leihen kostet 5 Dollar pro Tag, los gehts.
Kann ja nicht so schwer sein, ich fahre in Deutschland schliesslich auch Rad – nur habe ich dort keine tropische Hitze.
Es ist 11:00 Uhr, es ist ultraheiss, vor uns liegen 15 km – ich kaufe eine 2 Liter Flasche Wasser.

Es gibt keine Bremsen, der Ruecktritt funktioniert nur bedingt und ich balanciere einiges an Gepaeck in meinem Plastikeimer.
Ich stoepsel mir meine Kopfhoerer in die Ohren und hoere Philipp Poisel: „Froh dabei zu sein“.
Das sind die Momente, die ich in keinem Foto festhalten kann:
Es fuehlt sich soooo tollllllllll an!!
Links und rechts von mir ist ein ueppiger Regenwald, er schimmert in unzaehligen Gruen – und Gelbtoenen.
Ich fahre mit dem Fahrrad durch Mittelamerika – das vergesse ich manchmal – aber die bruellenden Affen in den hohen, dichten Baumkronen erinnern mich immer wieder daran.

Es gibt keinen Radweg, eher eine Schotterpiste fuer jegliches Gefaehrt.
Die Menschen in den kleinen Doerfern winken uns vom Strassenrand, ab und zu ertoent Reggeamusik aus den einfachen Haeusern.

Ich schwitzte unglaublich, das ist wie Radfahren in der Sauna – ich trinke 2 Liter und muss nicht auf die Toilette. Strange!

Wir halten an wunderschoenen Straenden, es gibt hier einen weissen und einen schwarzen.

Cahuita ist ein verschlafendes, aber liebeswuerdiges Doerfchen mit einer Hauptstrasse und einigen Abzweigungen.


Wir essen Bohnen mit Reis in einem einfachen SODA, der Stassenimbiss in Costa Rica.

Wir muessen vor Sonnenuntergang zurueck sein, ich habe keine Lust noch mal 15 km zurueck zu fahren, mein Hintern tut jetzt schon weh.
Es ist gut, Julie dabei zu haben, sie faehrt zuerst und gibt die Geschwindigkeit vor.

Immer etwas schneller als ich fahren wuerde, aber ich weiss, sie haelt sich zurueck und wuerde normalerweise viel schneller fahren. Ich bin wohl doch nicht besonders sportlich.

Der Rueckweg ist anstrengend, wir radln extrem schnell und ich sehe ein Schild mit dem letzten 5km.
Ich kann nicht mehr, alles tut weh, mein Gesicht brennt wie Feuer und mein Wasser ist leer. Die Natur bleibt wundervoll, ich muss mir immer wieder selbst sagen, dass das hier wirklich einmalig ist.
Voegel zwitschern, Affen springen durch die Baeume und Froesche kreuzen den Weg.

Wir erreichen Puerto Viejo puenktlich, ich bin klitschnass, schwitzen waere wirklich untertrieben. Julie schwitzt auch, kommt aber deutlich schneller wieder zur Puste.

Ich bin vollkommen ausgepowert, uebergluecklich und Natur kann wirklich etwas Ergreifendes sein.

Der Abend endet nach kostenloses Brownies im Guesthouse in meinem Zelt, dass ich sehr zu schaetzen gelernt habe.
Es ist im Gegensatz zum Meerbettzimmer mein eigener Raum.
Es schuettet wie aus Eimern, der Regen kracht aufs Blechdach und ich sitze in meinem heissen Zelt und habe WiFi – volle Balkenanzahl.
Ich nehme das 1. Mal bewusst war, wie sich ein Tropenregen anhoert.
Du kannst nichts machen, ausser dem Regen zu hoeren und das ist auch nach Stunden nicht langweilig. Die Regenzeit muss wunderbar sein!

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