Ich verlasse Monteverde mit gemischten Gefuehlen.
Erwartungen sind manchmal teuflisch, ich bin weder mit dem Auto durch die Gegend gefahren, noch habe ich den Vulkan gesehen.
Meistens kommt es anders als man denkt, ich verabschiede mich von Christoph, jeder macht jetzt wieder seine eigene Reise.

Meine Unterkunft war genauso, wie man sie sich wuenscht.
Sehr liebevoll, kommunikativ und mit einer gut ausgestatteten Kueche.
Fuer alle die mal hier sind, Pension Santa Elena, in texanischer Hand und ein sehr lebendiger Ort.


Fuer 7 Dollar im Meerbettzimmer gibt es kostenlosen Kaffee – tag und nacht.
Der Kaffee ist extrem gut, eine Seltenheit in Costa Rica und ich trinke bis zu 6 Tassen am Tag. (ja, die gute Qualitaet wird ins Ausland exportiert, hier bleibt nur der miese Rest)

Ein neues Ziel wartet – ich habe keine Ahnung wohin ich fahren soll, also erst mal in die Hauptstadt.
Abfahrt des Busses: 06:30 Uhr, 7 Dollar und 5 Stunden Fahrt.
Die Landschaft ist bezaubernd, die Strasse ist die Hoelle, Monteverde erwacht.


Ich ueberlege mir die naechsten Stunden, welche Richtung ich einschlagen werde.
Einerseits will ich zurueck nach Dominical, denn ich habe auch dort den hoechsten Vulkan verpasst, andererseits muss ich in 3 Wochen in Kolumbien sein.
Ich will nicht aus dem Flow geraten und entscheide mich fuer die Karibik und habe 2 Stunden Wartezeit in San Jose.

Es ist heiss, viele Menschen an einem windigen Busbahnhof und es stinkt nach billigem Frittenfett.

Ich esse ein mieses Gallo Pinto und trinke einen noch mieseren Kaffee.

Die naechste Busfahrt dauert weitere 5 Stunden, wir erreichen die Karibikseite – alles ist anders.
Die Fenster im Bus sind geoeffnet, es weht ein heisser Sommerwind, draussen ist ein absolutes Reggaefeeling.
Alles ist saftig gruen, ueberall Bananenstauden, die Menschen sehen sehr froehlich aus.

Ich erreiche Puerto Viejo im Dunkeln, kein gutes Timing, wir nehmen ein free taxi zum Rocking Js.
Rocking Js – DAS Guesthouse, place to be, ein riesiges Backpacker Paradies!

Ich reise jetzt mit Julie aus Kanada, sie war schon in meinem Zimmer in Monteverde.
Sie ist sehr organisert und markiert direkt nach der Ankunft die wichtigsten Orte, die es zu sehen gibt. Prima – das sind Aufgaben, die ich nicht besonders mag und Julie macht einen extrem taffen Eindruck.

Ich ahne noch nicht, wie sehr sie mich in den naechsten Tagen fordern wird, denn Julie ist ausserdem sehr sehr sportlich!

Wir checken ein.

Mehrbettzimmer: 8 Dollar, Zelt: 7 Dollar, Haengematte: 6 Dollar.
Haengematte?! Denken die im Ernst ich wuerde in einer Haengematte schlafen?
So ein abgebruehter Backpacker bin ich nun wirklich nicht.
Die Mehrbettzimmer sind voll, ich muss also zelten, ich hasse zelten.

Ich habe weder einen Schlafsack, noch eine Isomatte, soll ich auf dem Boden schlafen?
Idyllisches Campen sieht anders aus, keine Natur und die Zelte stehen dicht an dicht. Die wissen defintiv wie man Geld macht!
6 Duschen werden gemeinschaftlich genutzt, das Wasser ist eiskalt.

Wir suchen einen Platz zum Essen, es regnet in Stroemen, ich habe noch nie so einen Regen erlebt.
Ein starker Sommeregen waere sicher wunderbar, wenn ich nicht meine 800 Dollar Kamera dabei haette.
Ich schiele neidisch auf Julie, die eine wasserdichte Outdoorjacke traegt und ausserdem eine wasserdichte Kamera besitzt.

Ich werde mir ein Regencap kaufen, meine Tasche haelt gluecklicherweise und ich esse das beste Essen in Costa Rica.
Frischer Fisch, Stampfkartoffeln und Gemuese- karibischer Art.
Unglaublich koestlich!! So eine Tagesreise ist unglaublich anstrengend.

Ich treffe Adam wieder und extrem viele Menschen checken in der Rezeption ein – Friday Night!
Hier trifft sich alles, wir beobachten eine amerikanische Teenager – Truppe bei Trinkspielen, ich fuehle mich wie auf einer Springbrake-Party.
Definitiv besser als jedes Fernsehprogramm.

Wir trinken ein kaltes Bier, chillen rum, und es setzt ein Bob Marley Song ein.
Ich hoere in Deutschland nie Bob Marley, aber jetzt koennte ich mir gerade keinen passenderen Song vorstellen.

Ich fuehle ich bin am richtigen Ort, das Zelt ueberrascht, es gibt eine Matraze und die 1. Nacht wird ganz wunderbar.

Advertisements