Unser Hostel ist ein sehr kommunikativer Ort, die Kueche ist direkt in unserem Blickfeld und der zentrale Platz fuer alle.

Besonders schoen ist die Stunde nach Sonnenuntergang, wenn alle Rucksackreisende zusammen kochen. Es ist sehr interessant, anderen beim Kochen zuzusehen und Gerichte aus anderen Laendern zu probieren.
Die Kueche ist wirklich gross, ueber 20 Herdplatten stehen bereit und mehrere Menschen koennen gleichzeitig kochen.

Ich muss nicht kochen, denn das uebernehmen die Israelis.
Da ich das Haehnchen besonders gern mag, gibt es heute Haehnchen mit Salat.

Eigentlich wollte ich noch eine Woche bleiben, aber ich beschliesse beim Essen den Beiden morgen zu folgen.

Das ist ein sehr grosser Vorteil am Alleine-Reisen, du kannst Dich jederzeit spontan entscheiden, wohin du wann mit wem gehen willst.
Ich habe genug vom Strand, freue mich, endlich einmal nicht im Bus, sondern im Auto sitzen zu koennen. Wir fahren in die Berge!

Der Plan: Ein Auto mieten und dann nach Monteverde fahren – Abfahrt 6:00 Uhr.

Wir stehen vor Sonnenuntergang auf. Shabi braet in aller Seelenruhe Tortillas und bestreicht sie mit Butter, Liko macht einen israelischen Kaffee.
Ein sehr einfaches, aber extrem koestliches Fruehstueck.

Wir warten auf den Bus, ich beobachte einen Hund, der sein Bein hebt und mir den ganzen Rucksack vollpinkelt. Ich besteige den Bus mit einem feuchten Rucksack und frage mich, ob Hundepinkel genauso stark riecht wie Katzenpipi. Die erste Busfahrt dauert 2 Stunden und ich bemerke, dass ich meinen Bikini vergessen habe – meinen einzigen.

Danach geht es wieder auf die Faehre, jetzt koennten wir eigentlich in einen Bus steigen und waeren da. Machen wir aber nicht. Wir muessen in die Hauptstadt, um ein Auto zu mieten und steigen fuer 4 Stunden in einen zweiten Bus.
Der Reisefuehrer empfiehlt keine Autovermietung bzw. eine Reise mit dem eigenen Auto – zu gefaehrlich, zu schlechte Strassen, zu teuer.
Wir wollen trotzdem ein Auto, haben keine Ahnung, wo wir das mieten sollen und steigen am Flughafen aus. Dort treffen wir einen Taxifahrer, der uns fuer 2 Dollar zu einem sehr windigen Hinterhof faehrt.

Wuerde ich alleine reise, wuerde ich mich hier nicht aufhalten.
Doch die Israelis meistern auch diese Aufgabe mit Bravour.
Extrem gutes Verhandlungsgeschick, sensationelle Spanishkenntnisse und wir haben unser Auto nach einer Stunde in der wirklich sehr heissen Mittagssonne. Ohne Navigationssystem, ohne Allrad, ohne alles – fuer 50 Dollar pro Tag.

Jetzt muessen wir den gesamten Weg zurueck nach Puntarenas.
Macht aber nichts, wir drehen das Radio auf, oeffnen die Fenster und fahren stundenlang durch Costa Rica – ein echtes Abenteuer.


Wir halte an der ersten Raststaette und ich esse das beste Gallo Pinto (Reis mit schwarzen Bohnen) in einer Truckerkneipe.


Die Landschaft wird immer huegeliger und gruener.
Die Strassen sind extrem staubig und ich fuehle mich immer sandiger.
Wir wollen vor Sonnenuntergang ankommen, haben eine grobe Karte, aber keine Ahnung, wie lange wir noch brauchen.

Wir sehen ein Schild, dass es nur noch 12 km sind und ahnen nicht, wie lang die werden koennen.
Es gibt keine Strasse mehr, nur noch Sand, Schlagloecher und einen tiefen Abgrund. Ich hoffe die Lenkung reagiert schnell genug, denn die Strasse ist sehr schmal. Es scheint keine Daempfung im Auto zu geben, wir fliegen hoch und runter – das geht auf den Magen.

Ein herrliches Bergpanorama umgibt uns und die Sonne geht unter.
Wir erreichen Monteverde nach 12 Stunden, es ist extrem kuehl und windig.
Ein kleines, bezauberndes Bergdorf, ich fuehle mich sofort wohl.


Ich bin froh, dass ich meine Winterklamotten doch nicht am Strand weggeschmissen habe und weiss noch nicht, dass ich morgen an einem Seil durch die Baumkronen fliege, das 1. Mal etwas Extremes mache und den schoensten Tag meiner bisherigen Reise erleben werde!

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