Pension Arena, direkt am Strand in einer malerischen Bucht – unser neues Zuhause in Montezuma.


Wir laufen zum Supermarkt und kaufen das Fruehstueck ein, alles ist ziemlich teuer hier wir muessen immer kochen. Mein Ruehrei teile ich mit diesem wunderbaren Vogel, der uberhaupt keine Beruehrungsaengste hat.
Ich springe in den Pazifik, fuehle mich aber nicht wohl an diesem Ort.
Wir laufen zum naheliegenden Wasserfall, die Sonne brennt und wir halten ein Auto an. Unser Fahrer kann leider nur Spanisch, wir wissen nicht was Wasserfall heisst und erklaeren irgendwas mit „Aqua“, irgendwann kommt ein englisch-sprechender Taxifahrer vorbei.
Wasserfall heisst „La Cascada“ und wir sind 1km zu weit gefahren.
Eine kostenlose Taxifahrt spaeter sind wir am Ziel, der Ort und das Wasser sind wunderbar.

Glen springt, ich nicht. Ich kann mich einfach nicht ueberwinden, man hat doch schon so viel von Querschnittslaehmungen gehoert. Ich bin einfach zu aengstlich.


Wir treffen auf eine Damengruppe mittleren Alters, die einen Yogaretreat machen und alle unheimlich froehlich sind. Sie schliessen Glen sofort ins Herz, er gibt das Bild des perfekten Schwiegersohns, immer ein breites Lachen auf dem Gesicht und fuer ein Schwaetzchen zu haben.

Danach setzt sich die Damengruppe in einen Bach, schliesst kollektiv die Augen und singt yogische Mantren in Dauerschleife. Sehr bizarr, nur Tara findet es total beeindruckend.
Ich warte darauf, dass sie sich die Kleider vom Leib reissen und in Gruppensex verfallen, tun sie aber nicht.

Auf dem Rueckweg halten wir fuer einige Stops, denn Tara liebt typisch amerikanische Postkartenmotive. Sie achtet auf den farblich passenden Bikini ihres Outfits, legt immer mal wieder einen Lipglos auf und freut sich ueber den Duft frisch gewaschener Waesche. Sie ist der absolute Stereotyp eines amerikanisches Cheerleader Girls , aber ich mag sie, sie ist auf eine ganz spezielle Art sehr cool und kommt ausserdem aus Kanada.

Kurz nach Sonnenuntergang muessen wir unser Abendessen organisieren.
Das geht mir wirklich auf den Keks: Gruppenentscheidungen – essen, kochen, was kochen? Glen und ich wollen Thunfischnudeln (meine Idee) und fuer Tara gibt es Ananas und Banane, denn schliesslich hatte sie heute schon ein paar Cracker. (ja sie achtet verdammt auf ihre Figur und macht bei jeder Gelegenheit ein paar Sportuebungen, sie ist einfach sehr healthy)

Die Kueche schliesst um 20:00 Uhr, wir liegen gut in der Zeit und noch ist die Stimmung froehlich. Glen erzaehlt mir, dass er die Spaghettie brechen will, ich entscheide, er schneidet Zwiebeln und ich mache die Nudeln.

Noch waehrend dieses Fotos passiert dann das Ungeheuerliche.

Glen bricht die Spaghettie durch und wirft sie in kaltes (!) Wasser. Ich flippe aus!
Ich bin erstaunt wie gut ich auf englisch fluchen kann.
Gerade haben wir noch darueber gesprochen und er mimt den Unschuldigen.
Keiner will einen Fehler zu geben, wir streiten und Glen bleibt dabei, dass jeder auf diese Art Nudeln kocht.

Nach einer endlosen Diskussion vergesse ich das heisse Oel in der Pfanne, giesse dann den Thunfisch in die Pfanne und anscheinend ist dort Wasser drin.

Ich habe in meinem Leben noch nie so eine grosse Stichflamme gesehen, ich halte die Pfanne tapfer in meiner Hand und habe in endlos erscheinenden Sekunden das Gefuehl, die ganze Bude abzufackeln. Die Flamme geht bis zur Decke, er nachher bemerken wir, dass unser Kocher durch eine Gasflasche angetrieben wird. Glueck gehabt.

Nachdem Schock vertragen wir uns wieder und haben ein Happy- Valentine- Dinner.

Ich werde mich morgen dennoch fuer ein paar Tage von der Gruppe trennen, ein Wifi-Hostel suchen, ein paar Dinge organisieren und versuchen ein bisschen Zeit zum Nachdenken zu finden.

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