Ich gehe zu der Adresse, die vom Lonely Planet am meisten empfohlen wird.
An der Rezeption treffe ich Adam, einen Englaender, er hat heute seinen ersten Arbeitstag.
Eigentlich ist er Backpacker und reist seit ueber einem Jahr durch die Welt.
In Costa Rica will er fuer einige Zeit sesshaft werden, fuer kostenloses Wohnen und Essen, kuemmert er sich jetzt um die Gaeste.
Danach will er 5 Monate nach Australien segeln.

Ich wohne in diesem Haus, oben links, das ist defintiv das beste Zimmer.


10 Dollar pro Nacht fuer ein Zimmer mit einem Doppelbett und einem Einzelbett – da es nur ein Schloss gibt, gehoert der ganze Raum mir.


Das Haus ist sehr einfach, aber die obere Etage gibt Lebensqualitaet.


Eine komplette Dachterasse inklusive Sofa, Sesseln und Haengematte.


Der Pazifik ist direkt vor der Tuer, alles ist unglaublich gruen, das ist das Paradies.
Es ist unmoeglich diesen Ort in Fotos festzuhalten, diese Naturschoenheit muss man fuehlen.

Die Wellen sind riesig, kein Badeaort, sondern absolutes Surfgebiet.


Das ist der Ort, an dem man sich immer wuenscht zu sein, wenn man von einer einsamen Insel traeumt.

Es gibt keinen Strassenlaerm, stattdessen 24 Stunden das Rauschen der Wellen, gepaart mit einigen Vogelgeraeuschen.
Nur 5 Guesthaeuser direkt am Strand – gefuellt mit Rucksackreisenden aus aller Welt, aber weit davon entfernt ein touristischer Hotspot zu sein.

Ein Ort an dem es nichts zu tun gibt und doch soviel.
Morgens barfuss zum Strand laufen und ins Meer springen, sich beim Strassenhaendler eine frische Kokusnuss kaufen und stundenlang in der Haengemaette liegen.
Das Leben geniessen, ohne schlechtes Gewissen, einfach sein – das habe ich fast verlernt in den letzten Jahren des Arbeitsalltags.

Es ist wie ein Studium des Lebens und der Menschen – sie kommen und gehen und erzahlen ihre Geschichten.
Als Rucksackreisender entfaellt der Small Talk, du hast nur wenig Zeit zusammen und die nutzt du sehr intensiv.

Der erste Gast, den ich treffe, ist Steve aus den USA.

Wir haben einen wunderschoenen Hund in der Nachbarschaft.

Ausserdem wohnt Summer, auch aus den USA, direkt neben mir.
Sie ist sehr herzlich, hat ein breites Lachen und erzaehlt mir von ihrem Leben in den USA.
Sommer ist ohne Fernsehen aufgewachsen, sie nutzt kaum das Internet und saugt Erfahrungen Anderer auf wie ein Schwamm.
Ich mag sie vom 1. Augenblick.

Sie erzaehlt mir von San Francisco, Plastik ist dort illegal, unvorstellbar ein Stadtleben ohne Plastikflaschen.
Summer fragt mich, ob es stimmt, dass sich in Deutschland alle Frauen ihre Beine nicht rasieren.
Ich verneine und beschliesse meine Beine fuer den morgigen Strandtag einer besonders gruendlichen Rasur zu unterziehen.
Summer hat nur am Wochenende frei und arbeitet fuer einen Monat auf einer Farm, sie gibt mir die Adresse und ich verspreche, sie zu besuchen.

In der unteren Etage wohnt ein Paerchen aus Kanada.
Kat und Jack reisen seit 4 Monaten durch Mittelamerika.
Sie geben mir einige Adressen fuer Panama, der grosse Renner ist mein „Point it“

Es regnet in Stroemen, die Luft riecht nach einem saftigen Sommerregen und wir geniessen den Abend auf der Dachterasse.

Ich werde einige Zeit hier bleiben, mit der Sonne aufstehen und Menschen aus Texas, Irland, Ungarn, Italien und Israel treffen.

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