Alles ist immer und zu jeder Zeit verfügbar.
Ein Einkauf im Supermarkt kann also nicht zu einem Problem werden.
Ich fühle mich trotzdem etwas hilflos und brauche 3 Stunden für meinen ersten Großeinkauf.

Problem Nummer 1: Treffe eine schnelle Entscheidung.
Ich darf nie einfach stehen bleiben, mir die Produkte ansehen und die Preise vergleichen.
5 Sekunden Zögern alamiert den Supermarktangestellten sofort, Dir zur helfen und zu fragen, ob etwas nicht in Ordnung ist.
Die ersten Male ist das sehr hilfreich, danach habe ich ständig das Gefühl ich bin nicht schnell genug.

Problem Nummer 2: Das Finden von ganz normalen Produkten.
Ich will Milch – eine ganz normale Milch mit einem Fettanteil von 3.5%
Gibt es nicht – stattdessen eine unfassbare Auswahl von allen Variationen der fettreduzierten Milch.
Was ist schon normal.

Problem 3- kein Alkohol im Supermarkt.
„Können Sie mir sagen, wo ich Wein finden kann“?
„Mit Alkohol“?
„Ja natürlich mit Alkohol – einen ganz normalen Weißwein“
„Ah, sie kommen ganz sicher nicht aus New York“

Ich habe wieder etwas gelernt, denn Alkohol gibt es nur im „Liquorstore“.
Die Amerika machen es einem nicht einfach zu trinken.
Das Rauchen kostet überigens auch 10 Dollar pro Packung.
Das Gute daran, wenige Jugendliche können sich das überhaupt leisten.

Problem 4 – Wasser!
Ich trinke gewöhnlich immer zu wenig Wasser, aber in New York trinke ich die ersten Tage fast gar nichts.
Das Leitungswasser besticht durch einen starken Chlorgeruch – das kann ich einfach nicht trinken.
Ich versuche es mit einem Volvic – und zahle 3 Dollar pro Flasche – liegt wahrscheinlich daran, dass es aus Frankreich kommt.
Ich stehe mit einer 5l Flasche Wasser an der Kasse und frage sicherheitshalber noch einmal nach.
Das war gut so, denn sonst hätte ich mich mit Bügelwasser vergiftet.
Nach 6 Tagen New York finde ich endlich das richtige Wasser zu einem sensationellen Preis von 1.60 Dollar.

Problem 5 – Die Preise von frischen Produkten.
Es gibt alles – wirklich alles – komplett fertig zubereitet.
Ich möchte aber Kochen, ohne Zusatzstoffe und Fertigprodukte.
Dieses kleine Häufchen an Lebensmitteln kostet mich 104 Dollar.
Auf den griechischen Joghurt, den italienischen Ricotta und die importierten Blaubeeren hätte ich mir auch sparen können.

Ich denke kurz darüber nach, ob ich in meiner New York Zeit lieber Fertigprodukte kaufe.
Das Essen überzeugt allerdings und ich werde dabei bleiben – Kochen und mit netten Menschen ein Dinner genießen ist einfach unersatzbar.

Zum Schluss scheitere ich an meiner Kundenkarte.
Beim Vorzeigen der Karte erhalte ich sofort einen Rabatt.
Ich habe meine Karte vergessen und die Kundin hinter mir zückt sofort ihre Karte und schiebt sie durch das Kartenlesegerät.
Mein Blick ist sehr vorwurfsvoll, denn sie hätte mich wenigstens fragen können, ob sie meine Bonuspunkte einheimsen kann.
Ich wundere mich noch kurz über ihr zickiges „Your welcome“ und frage mich, was ich falsch verstanden habe.

Später erfahre ich, dass genau diese Kundin so freundlich war, mir mit ihrer Kundenkarte meinen Rabatt zu ermöglichen.

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