“ Du hast kein klares Ziel, aber Millionen Möglichkeiten. Ein gutes Gefühl und du weißt es wird gut für Dich ausgehen.“ (Die Ärzte)

Jetzt ist es soweit – mein letzter Arbeitstag nach 7 Jahren in der selben Firma.
Und es war nicht irgendeine Firma.
Ja, ich kenne alle Vorurteile, die einem sofort von fremden Menschen entgegenschlagen.
Als Mitarbeiter führte ich jedoch ein priviligiertes Leben.

Sehr viel Urlaub,  Überstundenabbau, ein 13. Gehalt und wenn es gut läuft eine Jahrespämie.
Ein Feng Shui Haus, ein Gourmet-Bistro zu Aldi Preisen und kostenloser Yoga-Unterricht.
Unglaubliche Kollegen – überwiegend durchgestylt und jung(geblieben), bei denen ich am Anfang glaubte, sie würden nach dem Äußeren eingestellt werden – ein paar davon wurden meine Freunde.

Ich lebte in einer bunten, geschützen Seifenblase, die es einem nicht leicht macht zu gehen.
Doch der 16. 12. 2010 ist der Tag, an dem ich alles zum letzen Mal mache.

Ich sehe das letzte Mal die meisten meiner Kollegen, ein soziales Netztwerk der Spitzenklasse – ich werde Euch vermissen.

Danke für Eure Geschenke, Worte und Zeilen – hier eine kleine Auswahl.

Von einer lieben Kollegin, die keine Geschenke und erst Recht keine Umarmungen mag.
Ich habe sie trotzdem umarmt und ein Geschenk bekommen – wie erwartet, ein irgendwie extremes.

Jetzt kann ich Dinge  lernen, die ich hoffentlich nie anwenden muss.
Ein Kampf mit einem Krokodil, ein Flugzeug zu landen oder eine Bombe zu entschärfen.

Für den umstrittenen Witzeerzähler, der mir den wunderbaren Soundtrack für diese Reise geschenkt hat.
“ Du hast kein klares Ziel, aber Millionen Möglichkeiten. Ein gutes Gefühl und du weißt es wird gut für Dich ausgehen.“

Von dem weltbesten Programmchef, dessem spanischen Abschiedszeilen ich erst noch verstehen muss.

Ein besonderer Dank an die liebe Julie, sie ist die Person in einem Team, die sich IMMER um die Organisation eines Geschenk kümmert und anschließend dem Geld hinterher läuft.
Was mir immer in Erinnerung bleibt, ist der Husten-Drops Teller, der Sekunden nach dem ersten Räuspern auf meinem Schreibtisch stand.

Ich gehe zum letzten Mal in das Bistro, das mir immer erstklassige Mittagsstunden bescherte.
Doch ich war nicht immer ein leichter Gast und hatte oft etwas zum meckern.
Zu viel Aubergine, zu kalt, zu viel Räuchermozarella.
Ich konnte aber auch Begeisterung versprühen, wenn Gerichte perfekt gelungen sind.
Ich hatte immer das Gefühl, ich habe einen speziellen Draht zur Küche, die Küche sah das anscheinend auch so.

So bekam ich mein Lieblingsessen an diesem Tag, ich habe mich gefühlt wie eine Prinzessin, da niemand so einen besonderen Teller bekam. Danke!

  

Süßkartoffel -Gnocchi mit Steinpilzen, Zuckerschoten inkl. Tomaten- Rose und warmer Schokokuchen.

Nach meinem Mittagessen ist die Ruhe dann vorbei.
Glücklicherweise fällt mein Abschiedstag mit dem Tag unserer Weihnachtsfeier zusammen.
Nicht irgendeine Weihnachtsfeier, sondern ein Event – das ich nicht ganz uneigennützig als Abschiedsmoment gewählt habe.

Professionelles Sytling auf Kosten der Firma.
Ich habe mich gleich für zwei Termine eingetragen, Haare und Make-up.

Mein Haar liegt in Wasserwellen, meine Haut scheint porenfrei und meine Lippen strahlen butrot.
Ich zwänge mich ins kleine Schwarze. meine höchsten Schuhe und die Weihnachtsfeier kann beginnen.

Es wird sehr emotional, Alkohol und Tränen fließen und ich freue mich über einen wunderbaren letzten Tag!

Danke für all die schönen Stunden und diese wunderbare letzte Weihnachtsfeier!

 

 

 

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